Werkzeugrolle selber machen

Ein wenig Ordnung für euer Handwerk

 

Ich kann (weniger) stolz behaupten, dass ich einer der chaotischsten Menschen der Welt bin. 80% des Zeitaufwandes für ein Bastelprojekt ergibt sich aus Suchen. Meine Zangen sind prinzipiell dort, wo sie nicht hingehören, Nadeln verschwinden spurlos und von Bleistiften möchte ich gar nicht reden…

Wie dem auch sei, wenn ich etwas davon auf dem Markt brauche, habe ich es meist in einen Pappkarton geschmissen und so ins Auto gepackt. Wenig effektiv, wenig ordentlich, ziemlich anstrengend. Also musste etwas anderes her.

Ich habe im Internet viele Anleitungen für Pinselrollen gefunden und schöne Werkzeugrollen, die es zu kaufen gibt. Also dachte ich mir, verbinde ich doch beides und nähe mir meine eigene. Der Vorteil ist, dass man auf einen Blick sieht, ob man alles dabei hat. Gerade bei Stabweb-Stäben ist das hilfreich, da die doch öfter mal verloren gehen. Aber auch für alles Andere ist die Rolle super praktisch. Und es ist für Besucher wesentlich ansprechender, wenn man seine Utensilien in einer schönen Tasche verpackt hat und nicht alles aus einem Pappkarton rauskramt.

Die Werkzeugrolle ist simpel, schnell genäht und auch schön als Geschenkidee. Außerdem kann man sie an alle Gerätschaften anpassen, also findet vielleicht auch das Diebeswerkzeug des ein oder anderen Larp-Schurken seinen Platz darin! Tobt euch aus! 😀

Achtung: Die Anleitung wird sehr bildlastig, also nicht erschrecken. Jetzt geht es aber wirklich los…

 

Das benötigt ihr:

  • Woll- oder/ und Leinenstoff
  • Stecknadeln
  • Nähmaschine/Nähnadel und Nähgarn
  • festes Band/ Zierflechte
  • ein paar Blätter kariertes Papier
  • ein Stück Schnur
  • das Werkzeug, dass ihr verstauen wollt
  • optional: Textilfarbe, Stickgarn etc. zum Verzieren

 

Schritt 1: das Schnittmuster erstellen

Wie ihr seht, ist das Schnittmuster sehr einfach gehalten. Das Spannende an der ganzen Sache ist, die Maße für eure spätere Tasche zu finden. Ich habe das folgendermaßen gemacht:

 

  • Das Werkzeug, das in die Rolle soll, auf ein Blatt Papier (am Besten kariert, DIN A4) legen und so anordnen, wie ihr es haben wollt.

Anspruchsvolle Variante:

  • Danach ein Stück festen Bindfaden nehmen und mit Klebestreifen am Anfang des Blattes befestigen.
  • Dann den Faden über das Werkzeug führen und zwischen zwei Gerätschaften mit Klebeband fixieren. Das macht ihr, bis ihr am Ende des Blattes angekommen seid.
  • Zum Schluss den Faden lösen und die Länge messen

Einfache Variante:

  • Das schmale Rechteck einfach doppelt so lang machen, wie die beiden großen und den Überstand nach dem Nähen abschneiden. (Ich mag die Variante 😀 )

Die Maße des Blattes nehmt ihr dann als Schnittmuster. An jeder Seite sollte ungefähr 0,5cm Nahtzugabe sein.

Schritt 2: Ausschneiden und Umnähen

Ihr könnt die Teile aus jedem erdenklichen Stoff ausschneiden. Wichtig ist nur, dass er nicht zu elastisch ist. Ich habe in dem Fall ungefärbtes Leinen, und für die Außenseite braunen Wollstoff genommen. Wenn ihr die Teile ausgeschnitten habt, könnt ihr das Rechteck für eure Halterung an der oberen Seite umnähen. So habt ihr später eine saubere Kante.

Schritt 3: Abstecken

Jetzt nehmt ihr wieder euer Werkzeug und legt es auf die Innenseite eure späteren Werkzeugrolle. So könnt ihr bequem das schmale Rechteck, also die Halterung, abstecken. An den Außenseiten solltet ihr genug Platz für die Naht lassen, etwa 0,5cm.

Ser Pounce-a-lot hilft auch fleißig 😀

Als Nächstes bringe ich ihm bei, wie man Werkzeug holt 😀

 

Schritt 4: Absteppen

Nun nehmt ihr die Arbeitsgerät aus den Taschen und näht mit einem Geradestich an den abgesteckten Linien entlang. Schlichte senkrechte Nähte reichen. Nur nicht vergessen, die Nähte zu sichern. (Natürlich nur, wenn ihr mit der Nähmaschine arbeitet 😀 )

So sieht der ganze Spaß bei mir aus. Schneidet die Fäden am besten sofort ab, sonst habt ihr das selbe Problem wie ich und alles verheddert sich….

 

Schritt 5: Außenseite annähen

Das Schlimmste habt ihr schon hinter euch (vor allem, wenn ihr die Rolle für eure Stabweb-Stäbe nehmen wollt). Das bis jetzt noch nicht verwendete Rechteck wird nun mit der schönen Seite nach innen auf euer bereits genähtes gelegt und mit Stecknadeln fixiert. Falls ihr diese in irgendeiner Art verzieren wollt, wäre es einfacher, das vorher zu machen. Also erst besticken/ bemalen und dann vernähen.

Die Taschen liegen beim Abstecken ebenfalls innen. Dann stellt ihr wieder den Geradstich ein und näht einmal um die ganze Rolle. Naja nicht um die ganze, an einer der kurzen Seiten wird eine etwa 3-5cm große Wendeöffnung freigelassen. Darin befestigt ihr zum Schluss auch euer Bindeband.

Schritt 6: Wenden und Bindeband einnähen

Zu guter Letzt wendet ihr das Ding einmal, sodass die Fächer wieder außen sind. Einfach eine Ecke greifen und durch die Wendeöffnung ziehen.

 

Als Bindeband könnt ihr alles mögliche nehmen: Leder, Brettchenborte, Zierflechten, Schnürsenkel… was euch einfällt und vor allem, was ihr zuhause habt. Ich habe in dem Fall Zierflechten aus Wolle gemacht.

Das Bindeband kommt nun in die Öffnung. Ich habe es doppelt genommen, dann lässt es sich einfacher knoten. Dann klappt ihr den Stoff ein wenig nach innen und fahrt nochmal mit einem Steppstich darüber, so dass alles fixiert ist.

Yeeeeeah, eure neue Werkzeugaufbewahrung ist fertig!!! 😀

Das Schöne ist, dass ihr jeglich denkbaren Stoffrest dafür nehmen könnt und mit ein wenig Übung schafft ihr das in unter einer Stunde.

Welches Handwerk übt ihr denn auf dem Markt aus? Und wie bewahrt ihr euer Werkzeug dafür auf? Seid ihr auch so chaotisch wie ich, oder hat bei euch alles seine Ordnung in der Werkstatt?

Hinterlasst mir doch einen Kommentar und erzählt, wie ihr es schafft, Ordnung beim Basteln zu halten. (Da brauche ich wirklich Nachhilfe 😀 )

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Nähen wünsche ich euch!

Möhrchen

Anzeige

5 Gedanken zu „Werkzeugrolle selber machen

  1. Kaen-Ryu

    Liebe Möhrchen,
    ich glaube ich werde mich auch an eine solche Werkzeugrolle wagen. Mein Ehemann macht leidenschaftlich gerne Sachen aus Leder und er hat sehr viel Werkzeug, das in einem Stahlkoffer vor sich hin boselt…

    Vielen Dank für die Anleitung 🙂

  2. Janine

    Next project started: Wikinger Ketten! Was brauche ich dafür? Werkzeug!

    Und da fragte ich mich gerade doch glatt: das Werkzeug was du da liegen hast, sieht nach Kni**x Zangen aus. Wie hast du die geschwärzt?

    Viele Grüße

    • Huhu Janine,
      Öhm ja, die Zangen sind tatsächlich gar nicht geschwärzt, zumindest nicht von mir. Ein paar sind uralte aus Paps‘ Bestand. (Die waren auch unglaublich verrostet!) Und der Rest sind Standard-Baumarkt-Zangen. Bei manchen mache ich die Gummigriffe (falls vorhanden) ab, ansonsten bleiben die bei mir so wie sie sind.
      Tut mir Leid :/
      Ganz liebe Grüße
      Möhrchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.